08.02.2025

Unter Heiden. Bekenntnis eines Katholiken inmitten einer säkularen Gesellschaft

Ref.: Tobias Haberl, Autor und Journalist beim Magazin der Süddeutschen Zeitung Als Tobias Haberl sich vor zwei Jahren mit seinem Essay "Unter Heiden" im Süddeutsche Zeitung Magazin als gläubiger Katholik outete, ahnte er nicht, welche Flut an Reaktionen er mit seinem Bekenntnis entfesseln würde: An die 500 dankbare Zuschriften erreichten den Journalisten in Form von Emails, Briefen und Päckchen. Einladungen zu Interviews und Talks folgten. Den Reporterpreis gab es noch dazu. Haberl war ebenso überrascht wie seine Redaktion: Offensichtlich hatte er einen Nerv getroffen. In seinem gleichnamigen Buch hat Haberl nun nachgelegt und schildert ehrlich seinen persönlichen Weg zurück in die Kirche seiner Kindheit. Gleichzeitig ist "Unter Heiden" so etwas wie ein Aufschrei: Wie kann es sein, dass das reiche christliche Erbe in der öffentlichen Wahrnehmung so vollständig unter den Missbrauchsskandalen begraben wurde? Warum scheint ausgerechnet die westliche Öffentlichkeit geradezu darauf versessen, die Wurzeln der eigenen kulturellen Tradition zu kappen? Und warum fordert man so forsch von einer 2000 Jahre alten Institution, sich an den Zeitgeist anzupassen, statt dass der Zeitgeist sich fragt, ob es vielleicht von einer so langlebigen Einrichtung wie der Kirche etwas zu lernen gäbe...?